22.03.2006 | Der Streik ...
Der Streik in den Kommunen ist zu Ende!
Die Arbeit ist wieder aufgenommen worden. Das ist eine gute Nachricht. Die Arbeitgeber und die Gewerkschaften haben sich plötzlich erfreulich schnell verständigt. Das war dringend nötig, um die Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger zu beenden. Die Eltern können sich wieder auf die gute Betreuung in den Einrichtungen verlassen. Der Müll wird abgeholt, die Städte werden wieder sauberer.
Die Verständigung ist wie immer ein Kompromiss. Die Verständigung führt zu unterschiedlichen Arbeitszeiten je nach Belastung.
Diese Lösung finde ich gut. Jemand, der den ganzen Tag Mülltonnen schleppen muss, hat eine andere Belastung als ein Mitarbeiter, der nur am Schreibtisch im Büro sitzt. Bei einer Erzieherin (leider gibt es noch immer kaum Erzieher), die den ganzen Vormittag 25 Kinder um sich hat, ist es ähnlich. Die Belastungssituation ist nicht vergleichbar. Ich finde es richtig, wenn man die Kraft aufbringt, verschiedene Sachverhalte auch unterschiedlich zu behandeln.
Ich hätte mir gewünscht, dass auch die Frage, ob Beschäftigte Kinder haben und diese erziehen, Berücksichtigung bei der Arbeitszeit findet (wie beim Tarifabschluss in Hamburg). Denn es ist ein zentraler Widerspruch, wenn wir überall politisch hören, wir müssen mehr für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tun und zeitgleich die Arbeitszeiten erhöhen und damit tatsächlich die Vereinbarkeit erschweren.
Das gilt natürlich nicht nur für den öffentlichen Dienst sondern für die gesamte Arbeitswelt.
Die Kosten sind gesellschaftliche Kosten, die nicht der einzelne Arbeitgeber tragen kann. Wenn wir wirklich wollen, dass wieder mehr junge Menschen Mut zur Familie mit Kindern bekommen, müssen wir ihre Alltagssituation verbessern und nicht erschweren.